"You're only given a little spark of madness. You mustn't lose it." - Robin Williams
24. Oktober 2004
Habt mich lieb!

von baumgarf | 01:31

In fünf einfachen Schritten zum beliebtesten Studenten an der Universität:

  1. Kommen Sie in der ersten Sitzung eines Seminars mindestens zehn Minuten zu spät. Stellen Sie fest, dass in dem Raum, der normalerweise Platz für maximal 40 Menschen bietet, bereits die Einwohner einer mittleren Großstadt Platz genommen haben. Begeben Sie sich in einem der angrenzenden Räume auf die Suche nach einem Stuhl. Nach erfolgreicher Suche und weiteren fünf verstrichenen Minuten setzen Sie sich direkt in den Eingangsbereich des Seminarraums, so dass jeder Student, der ein dringendes Bedürfnis verspürt und eilends den Raum verlassen möchte, sich mühseligst an Ihnen vorbeiquetschen muss. Drücken Sie Ihre Ansicht zu dessen mangelnder Rücksichtnahme mit möglichst blumigen Worten aus.
  2. Sollte es eine Anwesenheitsliste geben, die vom Dozenten herumgereicht wird, so übersehen Sie diese, wenn Sie vor Ihnen liegt, bis kurz vor Ende des Seminars. Ihre Kommilitonen, die sich noch nicht darin eingetragen haben, werden es Ihnen mit Sicherheit danken, denn sonst hätten sie den ganzen restlichen Tag gelangweilt herumgesessen. So aber haben Sie deren Leben einen neuen Sinn gegeben.
  3. Wenn der Seminarleiter sie alle auffordert, von den mitgebrachten Handouts zum Seminar jeweils zu zweit nur ein Exemplar zu nehmen, da die vorhandenen Kopien angesichts der Masse an Anwesenden vorne und hinten nicht reichen werden, so brauchen Sie sich nicht daran zu halten. Mit Sicherheit hat sich der Dozent verschätzt, und Sie können Ihrem Kumpel ruhig auch noch ein Exemplar mitnehmen. Der studiert zwar etwas völlig anderes als Sie, wollte aber schon immer mal wissen, was Sie so machen.
  4. Antworten Sie auf Fragen des Seminarleiters grundsätzlich ausschweifend. Beziehen Sie in ihre Antworten auch noch Fragen ein, die bereits gestellt wurden, die vielleicht noch gestellt werden und die niemand auch nur im Traum stellen würde. Vergessen Sie dabei nicht, Ihren Tonfall derart zu modulieren, dass Ihre lieben Kommilitonen mit Sicherheit auch mitbekommen, dass Sie ein begnadetes Wesen sind, und Sie sich nur dazu herabgelassen haben, dieses Seminar zu besuchen, um die anderen an Ihrer Weisheit teilhaben zu lassen, die Sie unter Garantie mit Löffeln gefressen haben.
  5. Unterbrechen Sie nach ungefähr eine Stunde den Dozenten, der gerade einen Überblick über die zu behandelnden Themen gibt, und fordern Sie Informationen über die Formalitäten des Seminars. Stellen Sie fest, dass es eigentlich eine Liste gab, auf der man sich einzutragen hatte, wenn man an dem Kurs teilnehmen wollte, der übrigens auf 40 Studenten begrenzt war, und fordern Sie diejenigen, die nicht auf der Liste stehen, auf, sich sofort und ohne Umschweife in Luft aufzulösen. Vergessen Sie dabei die Tatsache, dass für die Masse an Studierenden nicht genügend Seminare angeboten werden und dass sich das Problem nur durch Überbelegung lösen lässt. Fordern Sie außerdem einen größeren Raum, der den eigentlichen Bedürfnissen des Kurses besser angepasst ist, wie z.B. ein Flughafenterminal. Fühlen Sie sich durch den anschließenden Tumult in Ihren Aussagen bestätigt, und überhören Sie den Kommentar, dass man diese Problematiken schon zu Beginn des Seminars geklärt hat, als man selbst noch durch Abwesenheit geglänzt hatte. Seien Sie anschließend froh, dass das deutsche Volk in seiner Mentalität recht träge ist und sich deshalb kein Lynchmob bildet.