"You're only given a little spark of madness. You mustn't lose it." - Robin Williams
01. Oktober 2004
Realsatire, Teil 2

von baumgarf | 03:36

Wie bekannt sein dürfte, gibt es in jedem Land einige Bücher, die dort auf dem Index stehen, d.h. nicht öffentlich zugänglich und erhältlich sind (es sei denn, man beschäftigt sich wisssenschaftlich damit, aber dann bedarf es einer schriftlichen Verfügung). Natürlich existiert auch ein solcher Index für die USA, zum Teil sind dort nur in bestimmten Counties oder Staaten diverse Bücher verboten. Dabei reichen die Begründungen für die Zensur von nachvollziehbar aber seltsam nichtsdestotrotz (wie z.B. Darwin's Evolutionstheorie in Tennessee, die aufgrund von Nichtkompatibilität mit dem christlichen Glauben von 1925-1967 verboten war; die Nachricht der erneuten Verbannung aus dem Unterricht in einigen Südstaaten geisterte übrigens zuletzt durch die Presse), bis hin zu hemmungslos übertrieben (Anaheim, Kalifornien, 1978: "Vom Winde verweht", wegen dem Gebrauch des Wortes "Nigger") und absolut dämlich (Alabama, 1983: "Das Tagebuch der Anne Frank", weil es ein "Downer" ist, einschläfernd und stimmungstötend, auf gut deutsch - zum Glück ging der Antrag nicht durch)

Interessanterweise findet sich auf dieser Liste auch "Fahrenheit 451" von Ray Bradbury. Zwar wurde dieses Buch in Irvine, Kalifornien an der Venado Middle School nicht aus den Regalen verbannt, jedoch wurden sämtliche Obszönitäten darin geschwärzt. Eine Ironie, bedenkt man, dass das Buch hauptsächlich von Buchverbrennungen und Zensur handelt.

Mir scheint, die dort Zuständigen haben die Aussage des Buches vollauf verstanden.

(Für weitere Beispiele dieser Art siehe hier)