"You're only given a little spark of madness. You mustn't lose it." - Robin Williams
11. August 2004
Nothing, Arizona

von baumgarf | 16:11

Nothing, Arizona heißt das kleinste Dorf Amerikas. Gegründet 1977. Dem Gründer zufolge stammt der Name für die Ansiedlung von einem Durchreisenden, der gemeint hat, dass hier nichts los sei. Da er recht hatte, wurde das Dorf so genannt.

Die Bevölkerung besteht aus vier Menschen - nein, eigentlich fünf, aber da sich keiner so recht daran erinnern, wann er das letzte Mal etwas gesagt hat, zählt er nicht so richtig. George heißt er angeblich. Jeder Einwohner ist irgendwann einmal mehr oder weniger zufällig hierher gekommen, und da sie nichts Besseres zu tun hatten, sind sie geblieben. Der letzte vor acht Jahren, der eigentlich nur einen Parkplatz für seinen Wohnwagen gesucht hat.

Strom gibt es keinen, dafür gibt es aber den einen oder anderen Generator. Das, mangels Alternative so genannte, Dorf besteht eigentlich nur aus einer Tankstelle ("Ya'll come back" steht optimistisch auf einem Schild direkt an der rostigen Zapfsäule) und einem (Souvenir-)Laden. Erstere lebt von liegengebliebenen Autos auf dem nahegelegenen Highway oder von, in Zusammenarbeit mit der Polizei, abgeschleppten Wagen von Temposündern; letzterer von Touristen, die entweder zufällig hier durchfahren oder ihren Wagen wieder abholen. Hier lassen sich auch T-Shirts, Mützen oder Aufkleber erwerben, auf denen irgendein witziger Satz mit Nothing gedruckt ist.

Für Durchreisende wird wohl auch das Schild im Dorf aufgestellt sein: "THE STAUNCH CITIZENS OF NOTHING ARE FULL OF HOPE AND FAITH AND BELIEVE IN WORK ETHIC. THRU THE YEAR THESE DEDICATED PEOPLE HAD FAITH IN NOTHING, HOPE FOR NOTHING, WORKED FOR NOTHING FOR NOTHING."

Und dann gibt es noch "Old Miner" Jim, der in den Outskirts von Nothing lebt - ein sehr zentraler Begriff, bedenkt man die Größe des, nunja, Dorfes. Er sucht nach letzten Goldresten im Wüstensand. Gelegentlich arbeitet er auch als Abschlepp-Fahrer. Sein Lohn: Geld oder Bier. Meist nimmt er letzteres. Außerdem bereitet er sich auf einen bevorstehenden Atomkrieg vor und züchtet Katzen. Für wen auch immer.

(Dies eine kurze Zusammenfassung der Reportage auf SWR2, von der ich das Glück hatte, sie zu hören)

(Und hier findet sich noch eine nette Anekdote über den letzten Zugezogenen, ihr wisst schon, der mit dem Wohnwagen)