CDN/USA/GB/AUS 2009, 90 min., FSK 18
Regie: Kevin Greutert
Drehbuch: Marcus Dunstan, Patrick Melton
Kamera: David A. Armstrong
Musik: Charlie Clouser
Darsteller: Tobin Bell, Costas Mandylor, Mark Rolston, Betsy Russell, Shawnee Smith, Peter Outerbridge
Ich kenne Saw 2 bis 5 leider nicht, weswegen ich nicht nachvollziehen kann, ob der Absturz der Serie sich plötzlich vollzogen hat, oder ob es ein schleichendes Siechtum war. Nach Genuss (wobei das eigentlich das falsche Wort ist, eher sollte es heißen "nach dem durch Träg- und Faulheit und der damit auferlegten Bewegungsstarre verschuldeten Erleiden", aber das wäre dann doch ein wenig zu lang) des sechsten Teils habe ich dazu erlich gesagt aber auch keine Lust mehr, denn wenn die sechste Instanz des (vermutlich) immer gleichen Films eines ist, dann absolut unappetitlich und ärgerlich.
Noch (fast?) nie in meiner an Filmen nicht armen Kinogeschichte habe ich einen Film gesehen, in der so unverhohlen Menschen ohne Sinn und Verstand abgeschlachtet wurden. Weder hat man sich die Mühe einer Handlung gegeben, noch kommt der Hauptdarsteller über einen grimmig-müden Gesichtsausdruck hinweg (wobei er zugegebenermaßen auch nur diesen einen Ausdruck benötigt, mehr gibt die Handlung nicht her). Die anderen Akteure tragen ebenfalls nur einen Miene durch den Tag spazieren, aber glücklicherweise hat jeder Charakter eine andere, so dass man sie problemlos auseinanderhalten kann. Obendrein hat man es offensichtlich als eine geradezu grandiose Idee angesehen, ein wenig Gesellschaftskritik zu verwursten, in dem man nun Banker (die haben es ja auch verdient!) Fleisch vom eigenen Körper säbeln lässt (haha, wie kreativ!) oder gleich den ganzen Arm abhacken, viel hilft ja schließlich viel, oder Krankenkassenverwaltungsleiter (oder wie auch immer diese Personen heißen) vor die Wahl stellt, welches Leben nun gerettet werden soll (der schiere Wahnsinn! Die Gesellschaft ist schlecht! Ich hab's kapiert!).
Zwischendurch wird dann noch kurz in ein paar Rückblenden der bisherige Handlungsverlauf (eigentlich ein Widerspruch in sich selbst) der letzten fünf Filme vermutlich auf den Kopf gestellt und ein wahnsinnig überraschendes Ende präsentiert, dass man überhaupt nicht hat kommen sehen, aber so was von nicht. Das alles natürlich aber nur in kleinen homöopathischen Dosen, nicht, dass man noch vergisst, weswegen man eigentlich diesen Film ansieht.
Nämlich herauszufinden, ob der eine Schauspieler nun mit Peter O'Toole verwandt ist oder nicht. Das rettet über die Zeit.








