An manchen Tagen beschleicht mich der drängende Wunsch, ein wenig mehr handwerkliches Geschick zu besitzen - also mehr Geschick als man braucht, um eine defekte Glühbirne zu tauschen oder den Schlüssel im Zündschloss zu drehen, um sich mit dem Auto im Baumarkt Spachtelmasse zu besorgen, weil man sich der Illusion hingegeben hat, es sei kein Problem, mit der Schlagbohrmaschine mal so eben ein, zwei Löcher für ein neues Regal in die Wand zu bohren, die Wand daraufhin, knieerweicht vor solch erfurchtgebietender Handhabe, stückweise in sich zusammenbricht.
Dabei ist mir meine Minderbegabung an einem Ort bzw. bei einer Tätigkeit begegnet, die man im Normalfall (also: ich) nicht mit Handwerk (im Sinne von Nagel, Hammer, Installation (Keramik, nicht künstlerisch)) in Verbindung bringt. Bei einer häufigerweise in der Küche anzutreffenden typischen Übung, dem Kochen, sollte mich mein manufakturelles Defizit heimsuchen. Aber wer hätte auch gedacht, dass man zum weidmännischen Zerlegen eines Kürbisses schweres Gerät aufzufahren hat?
Die Messer in der Küche sind weiß Gott nicht stumpf (wovon mein linker Daumen ein Lied singen kann, als er einmal unvorsichtigerweise beim Zerlegen von Quitten ein Stück weit unter die Klinge geriet - das wird ihm hoffentlich eine Lehre sein), dennoch zeigte sich der Kürbis höchst unbeeindruckt ob meiner Schneid- und Säbelversuche, die kaum einen Kratzer auf der Oberfläche hinterließen. Auch die Zuhilfenahme des tonnenschweren Brotmessers brachte nicht den gewünschten Erfolg (und hätte ich vor meinen vergeblichen Zerteilversuchen die Zacken im Messer gezählt, hätte eine weitere Zählung im Anschluss mit Sicherheit eine niedrigere Zahl ergeben).
Ganz ehrlich, nie hat man eine Axt zur Hand, wenn man sie einmal wirklich brauchen könnte (auch wenn bei meinem Geschick der Satz "Das tut mir mehr weh als dir" wohl wörtlich zu nehmen gewesen wäre). Dann nehme ich den Kürbis eben mit zum Baumarkt und lass ihn dort mundgerecht zusägen, während ich mich nach Spachtelmasse umsehe.








