Murphys Gesetze dürften wohl jedem vertraut sein und können auch immer wieder im Alltag beobachtet werden, meist mit uns selbst als Hauptperson und Leidtragendem. Sei es die Rote Welle bei Ampeln und dahinmäandernde, vorausfahrende Verkehrsteilnehmer, wenn man es eilig hat bis hin zu dem typischen Fall, dass diejenige Kasse am meisten Zeit in Anspruch nimmt, die die kürzeste Schlange aufzuweisen hat.
Um diesen Auswirkungen zu umgehen, hat es sich, zumindest bei mir, entweder eine ziemlich gleichgültige Einstellung zu den Geschehnissen eingestellt ("Ach, was soll's, dann muss XY eben eine halbe Stunde warten.") bzw. wähle ich die Kassen nun nicht mehr Kundenaufkommen, sondern nach einem ziemlich komplizierten, über die Jahre gereiften Prozess aus (sprich: ich nehme irgendeine Kasse, die mich nach Tagesform her anspricht, sei es, weil die Kassiererin (so vorhanden) nett anzusehen ist und eine längere Wartezeit dadurch eine Aufwertung erhielte, sei es, weil keine älteren Menschen die Warteschlange zieren, die mit Vorliebe den Betrag passen zahlen ("Moment, die 97 Cent habe ich hier noch passend in 1-Cent-Stücken ... Oh, tut mir leid, es waren doch nur 95 Cent.")).
Dennoch versäumt es Murphy auch dann nicht, hin und wieder mit unverminderter Härte zuzuschlagen. So geschehen in einem dieser neumodischen blau-gelben Möbelhäuser. Die Schlangen an den Kassen waren allesamt recht kurz, weswegen ich, in einem Anfall von umgekehrter Logik, bewusst die Kasse gewählt hatte, wo ein Kunde mit voll bepackten, nein: übervoll bepacktem, Einkaufswagen den Strichcodescanner der Kassiererin zum Glühen brachte. Die Idee dahinter: normalerweise ist die kürzeste Schlange bzw. diejenige mit den wenigsten Produkten in den Wägen der Kunde diejenige, die im Endeffekt die größte Wartezeit in Anspruch nimmt. Ergo müsste man in der längsten und produktintensivsten Schlange ratzfatz wieder das Tageslicht zu sehen bekommen (was gar nicht so einfach ist, wenn es schon um 19 Uhr dunkel wird, man aber erst gegen 20 Uhr an der Kasse steht; aber das ist eine andere Geschichte), Murphy somit ein Schnippchen schlagen.
Doch Murphy ist ein wahrlich hintertriebener Mistkerl. Na-türlich hat es an der Kasse ewig gedauert, sind ganze Erdzeitalter an mir vorübergezogen, bis ich endlich an der Reihe war. Alle Register wurden gezogen (deswegen ja Registerkasse, ahahahahaha!!!!! ("Five exclamation marks. A sure sign of an insane mind.")): die Strichcodes waren nicht frei zugänglich, sodass die Tonnen an Möbeln und Zubehör umbeladen werden mussten. Die Kassiererin hat mehrfach die falsche Menge eingescannt und musste langwierig korrigieren. Überhaupt langwierig: die schnellste war sie auch nicht. Der Scanner hat auch nicht immer funktioniert. Der Kunde hatte einen anderen, billigeren Preis im Gedächtnis und fing das diskutieren an. Und die Kassiererin war noch nicht mal besonders anzusehen (sorry, war aber so). Muss ich noch extra erwähnen, dass ich, als ich dann endlich an der Reihe war, Spinnweben in den Haaren innerhalb einer Minute bezahlt hatte?
Nach solchen Erlebnissen komme ich nicht umhin, des Eindrucks zu erliegen, dass Murphys Gesetze gleichzusetzen sind mit Naturgesetzen: man kann machen, was man will, aber man kann ihnen nicht entkommen..








