"You're only given a little spark of madness. You mustn't lose it." - Robin Williams
16. Juni 2009
Kino:
Drag Me to Hell

von baumgarf | 17:24 | kommentieren

Drag Me to Hell 7 von 10 USA 2009, 99 min., FSK 16

Regie: Sam Raimi
Drehbuch: Sam Raimi, Ivan Raimi
Kamera: Peter Deming
Musik: Christopher Young
Darsteller: Alison Lohman, Justin Long, Lorna Raver, Dileep Rao, David Paymer, Adriana Barazza

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Der Film zur Krise, wie so manche Kritik zum besten gab. Und mal ehrlich, wer würde sich nicht wünschen, wenn der eine oder andere Banker zur Hölle fahren würde? Allerdings fürchte ich, dass man dem Film damit mehr Tiefgang zugesteht, als er letztlich hat (wenn jedoch auch gerade eine interessante Interpretation des Films die Runde durchs Netz macht).

Denn unter uns Kinogängern, Neues wird mit "Drag Me to Hell" eigentlich nicht geboten. Christine Brown ist eine kleine Bankangestellte im Kreditwesen, die sich erhofft, Chancen auf den Posten des stellvertretenden Filialleiters zu haben. Doch dazu muss sie stärker durchgreifen, was auch gleich ihre nächste Kundin, ein Zigeunerklischee par exellence zu spüren bekommt. Frau Ganesh möchte ihre Kreditrückzahlung zum wiederholten Male stunden, da sie sonst aus ihrem Haus geworfen wird. Christine bleibt hart, und zum Dank wird sie erst tätlich von der alten Frau angegriffen und dann verflucht. Wenn schon, denn schon. Von da an gerät ihr Leben so ziemlich aus den Fugen, und sie erfährt dank der Mithilfe eines Spiritisten, dass der Lamia, ein Ziegenteufel, hinter ihr her ist und sie binnen drei Tagen in die Hölle schleppt. Wenn das keine Zukunftsaussichten sind, weiß ich auch nicht.

Wie schon gesagt, nichts Neues im Westen. Nachdem das Was also in ausgetrampelten Pfaden wandelt, muss der Film mit dem Wie punkten. Und ganz ehrlich: der Film macht einen Höllenspaß (man verzeihe mir das Wortspiel). Denn auch, wenn der Film viele Schreckensszenen aufzubieten hat, die den Namen auch wirklich verdienen (ganz im Gegensatz zu solchen Reißbrett-Machwerken wie "The Unborn" oder "Der Fluch der zwei Schwestern", in denen man, meist mit dankenswerter Unterstützung durch die Filmmusik, jeden hervorspringenden Geist oder jede plötzlich auftauchende Person schon Minuten im Voraus angekündigt bekommen hat und wohl nur solche Leute erschreckt, die entweder noch nie einen Horrorfilm gesehen haben oder schon einen Herzkasper bekommen, wenn nur die Ampel von Rot auf Grün umspringt), sind die meisten dieser Szenen auch furchtbar komisch. Sei es (Achtung, kleine Spoiler!) der vergebliche Versuch der alten Frau, Christine zu beißen, was angesichts ihrer abhanden gekommenen dritten Zähne eher ein Nuckeln am Unterkiefer darstellt, sei es die Wile E. Coyote-Gedächtnisszene mit dem Amboss (ein ganz hervorragender Augenblick (in mehr als einer Hinsicht)), oder auch die etwas andere Geisterbeschwörung gegen Ende des Films. Zumindest lässt sich sagen, dass das Altbekannte kreativ ausgelebt wurde.

"Drag Me to Hell" ist eine kranke (im guten Sinn) Horror-Komödie, wobei der Schwerpunkt ganz klar auf Horror liegt (im Gegensatz zu z.B. "Shaun of the Dead", wo ganz klar der Humor im Vordergrund steht; wobei sich die beiden Filme eigentlich überhaupt nicht vergleichen lassen, weswegen ich bitte, diese Klammer einfach zu übergehen). Die Schauspielleistungen sind ordentlich, wobei das bei so einem Film eigentlich recht egal ist, solange die Schauspieler nicht unbeweglich dastehen und ihre Dialogzeilen holzschnittartig runterleiern (was sie nicht tun). Schön nur, die ansonsten "brave" Alison Lohman mal ("Big Fish", "Tricks", "Wahre Lügen") einmal in einem andere Genre bewundern zu dürfen. So oder so, für kurzweilige 99 Minuten ist gesorgt.

 
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