"You're only given a little spark of madness. You mustn't lose it." - Robin Williams
05. Juli 2004
Morgenstimmung

von baumgarf | 04:52

Das Schöne am spät- bzw. früh-zu-Bett-Gehen ist, dass man zu dieser Uhrzeit im Normalfall völlig ungestört ist. Kein lästiges Telefon- und Türklingeln stört einen, keine Verwandten/Bekannten, so gerne man sie auch hat, kein Verkehrslärm. Nur entfernt ist das Rauschen einer Autobahn zu erahnen, das sich jedoch bald im Nirgendwo der Wahrnehmung verliert und mit den natürlichen Umgebungsgeräuschen verschmilzt. Die Welt ruht um einen herum, man spürt, wie sie sich regeneriert. Die Luft riecht frisch und unverbraucht, ein leiser Wind streicht durch die Bäume und lässt ein wohltuendes Rascheln vernehmen. Irgendwo hört man einen Marder rufen, aber das stört die Ruhe nicht, fast ist es so, als hätte man nur darauf gewartet, damit der Augenblick vollkommen wird. Und hin und wieder, bei gutem Wetter, wird man von einem großen und bleichen Mond begleitet, umrahmt von blinkenden und glitzernden Sternen, der die Landschaft in sanftes Mondlicht hüllt.

Und gegen später dann kommt man in den Genuss, den Sonnenaufgang mitzuerleben, die ersten goldenen Strahlen, die die Müdigkeit aus den Pflanzen vertreiben und sie wieder lebendig aussehen lassen, die das Dunkel der Nacht durch das azurne Blau des Tages ersetzen. Die Singvögel, von den ersten Sonnenstrahlen gekitzelt, geben ein Konzert von erlesener Schönheit, dass nur für einen selbst bestimmt zu sein scheint.

Und der Anblick der Nachbarskatze, die hinter verschlossenen Fenstern beinahe durchdreht, weil der Vogelgesang sie langsam in den Wahnsinn treibt, ohne dass sie der Piepmätze habhaft werden kann, ist einfach Gold wert.