Gary und Brooke lernen sich bei einem Baseballspiel kennen und kurz darauf auch lieben - trotz aller Gegensätze. Doch wie das so ist mit der rosaroten Brille sieht man darüber hinweg, und ehe es man sich versieht, sind zwei Jahre ins Land gegangen und man nennt eine gemeinsame Wohnung sein Eigen. Irgendwann allerdings verfliegt die anfängliche Begeisterung, und die kleinen Unterscheide werden zu großen, bis schließlich das Fass überläuft und man sich entschließt, sich zu trennen. Doch da fangen die Probleme erst an. Denn sowohl Gary als auch Brooke haben ihre Ersparnisse in die gemeinsame Wohnung gesteckt, keiner kann es sich leisten, auszuziehen. Kurzerhand zieht Gary ins Wohnzimmer und erklärt es als sein neues Reich. Doch über all die Gehässigkeiten, die sie sich fortan gegenseitig zukommen lassen, stellt sich ihnen mit der Zeit doch die Frage, ob sie sich entgültig trennen und die Wohnung verkaufen sollen, oder ob sie sich nicht noch einmal zusammenraufen.
Zuerst eine Warnung: Auch wenn "Trennung mit Hindernissen" als Komödie angepriesen wird, ist der Film definitiv ein Drama, eine Trägodie mit ein paar lustigen Stellen. Sicher sind diese Szenen teils umwerfend komisch, aber immer ist der ernste Unterton zu bemerken, der dabei mitschwingt. Für den Zuschauer ist es lustig, für die Beteiligten aber trauriger Ernst. Insbesondere das Familienessen zu Beginn des Films ist streckenweise wahrlich zum Wegwerfen, aber dann wiederum zeigt es die Unterschiede, auch im Familienhintergrund, die Gary und Brooke voneinander trennen, bildlich wie auch, im weiteren Verlauf des Films, wörtlich.
Dennoch, warum der Film als reine Komödie angeprießen wurde, ist mir schleierhaft. Vermutlich, um die Fans von Jennifer Aniston ins Kino zu locken, die sie wohl hauptsächlich für ihre Rolle in der Sitcom "Friends" lieben, ergo in einer lustigen Rolle. Vermutlich auch, weil sie wissen, dass sie bislang nicht durch ihre schauspielerische Leistung glänzen konnte und diese Tatsache bei Komödien meist nicht übermäßig ins Gewicht fällt - im Gegensatz zu ernsten Rollen (wer "Entgleist" gesehen hat, weiß, was ich meine). Dummerweise ist der Film, wie schon gesagt, nicht ausschließlich Komödie, und so fehlt ihr auch hier streckenweise die notwendige Glaubwürdigkeit. Man nimmt ihr nicht ab, dass für sie die Trennung schmerzhaft ist, dass sie sich deswegen angeblich fürchterlich fühlt und aussieht, sie dabei aber wie aus dem Ei gepellt dasteht.
Aber Schauspielerei ist das eine, die Handlung das andere. Glücklicherweise gelingt es dem Film, eine Trennung (bis auf die angesprochenen Makel) glaubwürdig und für den Zuschauer zeitweise schmerzhaft darzustellen, dabei jedoch die lauernden Hollywood-Klischees zu umschiffen. Kein völlig unerwarteter Überraschungsauftritt bei einem Konzert, wo der Partner vor allen Anwesenden um Verzeihung gebeten wird, keine völlig überdrehten Sidekicks, die immer nur die miesesten Tipps parat haben, die der Kumpel natürlich befolgt (wie z.B. Philip Seymour Hoffman in "...und dann kam Polly"). Dahingehend ist der Film eine wahre Wohltat, auch wenn das bei diesem Thema vielleicht die falsche Wortwahl ist. Trotzdem fehlt dem Film das gewisse Etwas, es passiert nichts, was man als Zuschauer nicht schon erahnt hätte. Dahinplätschern ist wohl der richtige Ausdruck.
Sollte man auf der Suche nach einer relativ anspruchslosen Abendunterhaltung sein, liegt man mit "Trennung mit Hindernissen" richtig. Andererseits verpasst man aber auch nichts, sollte man diese Dramödie nicht sehen. Eine bleibende Erinnerung wird einem kaum davon bleiben. Wer eine richtige Trennungskomödie mit bösem Humor sucht, sollte lieber zum "Rosenkrieg" greifen.
(USA 2006, OT: The Break-Up, 105 min., FSK 6; R: Peyton Reed; D: Vince Vaughn, Jennifer Aniston, Joey Lauren Adams, Cole Hauser, Jon Favreau, Judy Davis, Ann-Margret, Vincent D'Onofrio; Film auf imdb)








