"You're only given a little spark of madness. You mustn't lose it." - Robin Williams
05. März 2004
Ü-Eier ab 18

von baumgarf | 21:33

Zum Glück haben unsere Europa-Abgeordneten nichts Besseres zu tun. Unvorstellbar, hätten wir in Europa andere Probleme.

So wollen nun also Europa-Abgeordente aus Großbritannien und Griechenland Überraschungseier für Kinder verbieten lassen. Grund dafür sehen sie angeblich in der Tatsache, dass Kinder nicht nur die Schokolade, sondern auch die Bauteile für das Spielzeug essen könnten. Nachdem die Europäische Kommission dieses Verbot, zurecht, abgewiesen hat, haben nun selbige Abgeordneten beim EU-Parlament eine Resolution eingereicht, die zum Boykott sämtlicher Produkte der Firma Ferrero aufruft, dem Hersteller der beliebten Ü-Eier.

Das alles liest sich jetzt wie ein schlechter Scherz, ist aber keiner. Offensichtlich scheint den verantwortlichen Herren Abgeordneten die Sonne aus dem Allerwertesten zu scheinen. Denn innerhalb der Europäischen Union gibt es keinen dokumentierten Fall, dass ein Kind die Schokolade samt Spielzeug gegessen hat. Zudem ist auf den Überraschungseiern selbst schon seit geraumer Zeit ein Warnhinweis aufgedruckt, der das Produkt erst für Kinder ab drei Jahren geeignet sieht - gerade wegen verschluckbarer Kleinteile. Den Herren und Damen bei Ferrero war diese Gefahr wohl durchaus bewusst. Zumal dann mit der gleichen Logik nicht nur Ü-Eier, sondern auch sämtliche andere Spielzeuge verboten gehören, die eine Gefahr für Kinder darstellen, wie z.B. Puzzle, Ministeck, Lego, Flohhupf, etc. Darüberhinaus, es gibt zwar Erwachsene, die sich Ü-Eier kaufen (auch ich gehöre dazu), aber doch nur hauptsächlich wegen den Figuren (Hippos, Herr der Ringe, etc.), und selbst diese Anzahl dürfte noch recht gering ausfallen; das Spielzeug an sich ist doch völlig auf Kinder ausgerichtet. An wen soll also Ferrero noch die Eier verkaufen, wenn die Kinder als Zielgruppe ausscheiden? Haustiere? EU-Abgeordnete aus Großbritannien und Griechenland? Den nötigen Kleingeist hätten sie dazu.

Zumindest gibt uns dieser Streit um Kaisers Bart einen Vorgeschmack auf den kommenden Sommer, denn dieser Schildbürgerstreich riecht verdächtig nach Sommerloch. Vielleicht sollte man auch, wie an anderer Stelle zu lesen war, das Übel an der Wurzel packen, und nicht die Überraschungseier verbieten, sondern Kinder unter drei Jahren.