"You're only given a little spark of madness. You mustn't lose it." - Robin Williams
27. Juni 2005
Madagascar

von baumgarf | 02:15 | kommentieren | kommentare (1)

"The penguins are doin' it, why can't I?"
"The penguins are psychotic!"

Poster: MadagascarGerade eben hat Marty das Zebra seinen zehnten Geburtstag mit seinen Freunden Alex dem Löwen, Gloria dem Nilpferd und Melman der hypochondrischen Giraffe im Zoo gefeiert. Aber freuen konnte er sich nicht so darüber, denn er hat sein halbes Leben im Zoo verbracht und möchte doch einmal die wahre Wildnis sehen. Der Wunsch geht schneller in Erfüllung als er denkt. Angeregt durch vier durchgeknallte Pinguine, die sich zur Antarktis durchschlagen, beschließt auch Marty, den Weg in die unbekannte Wildnis anzutreten, oder das, was er dafür hält - Connecticut. Sein Verschwinden bleibt natürlich nicht unbemerkt, und so machen sich Alex, Gloria und Melman auf die Suche nach ihm und rufen dadurch, kaum, dass sie Marty gefunden haben, das gesamte New Yorker Polizeiaufgebot auf den Plan, das sie kurzerhand in Kisten packt und Richtung Kenia verfrachtet. Und ehe sie es sich versehen, befinden sie sich einen Schiffbruch später tatsächlich in der Wildnis, die so gar nicht ist, wie sie es sich vorgestellt haben.

Normalerweise muss man ja skeptisch sein, wenn ein Film für die ganze Familie angekündigt wird. Denn eigentlich heißt das nichts anderes, als dass der Film für die lieben Klein(st)en gedacht ist, die aber noch nicht alleine ins Kino können, weshalb die Eltern gnädigerweise den Gang ins örtlich Lichtspielhaus gemeinsam mit dem Nachwuchs antreten, ein paar Mal über den Film, vielmehr noch über die kindliche Naivität schmunzeln und am Ende der Meinung sind, es war ein schöner Tag, aber an den Film kann sich kein Schwein mehr erinnern (höchstens unter Hypnose – und ich übertreibe wie immer hemmungslos). Ausnahmen dieser Definition sind die Regel. So wie auch "Madagascar" eine Ausnahme bildet, der neue Film der "Shrek"-Verantwortlichen.

Natürlich kann man bei solch einem Familienfilm keine großartigen Drehbücher mit weitumfassenden Konflikten erwarten. Die Story ist schlicht, alles dreht sich um Martys Wunsch, in die Wildnis zu entkommen, die überraschend plötzliche Ankunft gerade dort und das daraus resultierende Problem der Heimkehr. Das heißt, der Film muss an anderer Stelle punkten - mit seinen Gags. Und das kann "Madagascar". Die Gagdichte ist anfangs verdammt hoch, und ich möchte einmal bezweifeln, dass die Jüngsten einen jeden kapieren (aber das sollen sie ja auch nicht, Mama und Papa sollen und wollen ja auch unterhalten werden). Gegen Ende kann das Tempo jedoch nicht mehr gehalten werden, die Luft geht raus, nicht auch zuletzt wegen der genretypischen Moralkeule, die noch ausgepackt werden muss. Natürlich dreht sich auch hier letzten Endes alles um Freundschaft, Vertrauen, Zusammenhalt. Das übliche Paket eben für 3.95 im Supermarkt.

Die Computeranimationen sind in Ordnung, auch wenn man schon besseres gesehen hat. Manchmal wirkt es fast so, als hätte man versucht, die computeranimierten Bilder wie traditionell gezeichnet aussehen zu lassen. Dafür aber ist man sehr detailliert vorgegangen. Am besten lässt sich das an Alex' Mähne erkennen. Ist sie anfangs noch fesch gestylt und gefönt, verliert sie mit der Zeit immer mehr an Halt, wird unförmig, die einzelnen Haare werden kraus. Sehr nett auch die eingebauten und fast schon obligatorischen Seitenhiebe auf verschiedene Hollywoodproduktionen.

Insgesamt hat mir "Madagascar" sehr gut gefallen, nicht zuletzt wegen der durchgeknallten Bande von Pinguinen, die sich wie US Marines benehmen, den Affen im Zoo und dem grenzdebilen Haufen von Lemuren. Zwar verflacht der Film gegen Ende, ist aber damit immer noch besser als manch andere Genrevertreter. Wer übrigens die Möglichkeit hat, den Film im englischen Original zu sehen, sollte sich die Chance nicht entgehen lassen. Aber erst ab 14. Juli.

(USA 2005, 86 min., FSK o.A.; R: Eric Darnell, Tom McGrath; D: Ben Stiller, Chris Rock, David Schwimmer, Jada Pinkett Smith, Cedric The Entertainer, Sacha Baron Cohen (besser bekannt als Ali G); Film auf imdb)

 
Kommentare

# 1 von rozana | 27.06.2005 | 17:44

I like to move it move it... pinguine-like psychotic! freu mich auch auf die deutsche variante!
und bin gespannt, was heut abend kommt.

 
kommentieren

Name:

E-Mail:

Homepage:

Hier 'notausgang' eingeben:

Fluchtgedanken: (kein HTML)