"You're only given a little spark of madness. You mustn't lose it." - Robin Williams
17. Mai 2005
Wenn einer eine Reise tut

von baumgarf | 03:27

Was man aus einem Besuch bei einer lieben Freundin in München lernen kann (herzliche Grüße an C. an dieser Stelle):

  • Eine Wegbeschreibung ist nur so gut wie die Ortskunde dessen, der sie verfasst hat.
  • Tankanzeigen haben die seltene Begabung, sich durch panisches Blinken und Piepen erst dann bemerkbar zu machen, wenn man gerade eine Raststätte passiert hat.
  • Es gibt schnelle Musik, es gibt langsame Musik, und es gibt Musik, die den letzten Tropfen Energie aus dem Körper saugen kann. Letztere auf Raststätten-Toiletten zu spielen, ist, gelinde gesagt, eine Idee, die nur einem grenzdebilen, halbverwesten Hirn entspringen kann.
  • In einem Apartment-Haus mit vierstelligen Apartment-Nummer diejenige Ziffer herauszufinden, die das Stockwerk angibt, gekrönt von einem schlechten Gedächtnis hinsichtlich der korrekten Nummer, beansprucht Aufzug und Reisende gleichermaßen.
  • Die Nachricht "Wann kommt ihr? Ich koche jetzt" muss nicht notwendigerweise auf den Gemütszustand betreffender Person hinweisen.
  • Meerschweinchen sind KEINE Hamster.
  • "Wir sind im Orsay. Wir treffen uns in einer dreiviertel Stunde wieder." Finden Sie die fehlerhafte Aussage und diskutieren Sie sie mit ihrem Sitznachbarn.
  • 80 Seiten Programm zur "Langen Nacht der Musik" können und wollen nicht durchgearbeitet werden. Einen Ablaufplan zu erstellen ist demzufolge ebensowenig von Erfolg gekrönt.
  • Das alte Sprichwort "Auf Regen folgt Sonne" kann durchaus auch in umgekehrter wörtlicher Reihenfolge seine Richtigkeit besitzen.
  • Regenschirme sind ein notwendiges Übel. Und kaputt.
  • Essen machen und verzehren kann länger dauern, als man denkt. ("Was?! Schon halb zehn?!")
  • Der Gasteig lädt zum Verlaufen ein.
  • Bell, Book & Candle sind gut. Die Idee, sie in der Philharmonie, eine reine Sitzplatzangelegenheit, auftreten zu lassen, dagegen nicht. Musik die klingt, als ergieße sie sich aus miesen Vorkriegslautsprechern über zwei Stockwerke hinweg aus dem Keller durch die geschlossene, schwere Tür mit der Wucht einer röhrenden Flugzeugturbine unter Wasser stellt keine Erlebnis dar, welchem man gerne fröhnt.
  • Gregorianische Chöre sind toll. Einen Chor nur durch drei Menschen darzustellen ist dahingegen als gewagt einzustufen. Vor allem, wenn deren stimmliches Spektrum an Mickey Mouse auf Ecstasy erinnert und die Darbietung zusätzlich einen Marathonlauf durch die Kirche beinhaltet, gelegentliche Rempler gegen das Mobiliar inklusive.
  • Man darf nicht böse sein, wenn man nicht gleich bedient wird. Vielleicht ist auch die Bedienung schüchtern und spricht nicht gern mit fremden Menschen. Aber dafür muss man Verständnis haben.
  • Es macht keinen Spaß, nachts um kurz vor zwei auf den Bus rennen zu müssen. Schon gar nicht bei Regen.
  • Nenas neues Lied verursacht Atembeklemmungen und Alpträume von ihr im Darth-Vader-Kostüm.
  • Fenster ohne Rollos oder Vorhänge bei anbrechender Dämmerung sowie entgegen der Ankündigung durchaus nachtaktive Meerschweinchen stehen entgegengesetzt zu schnellem Hinüberdriften in das Reich der Träume.
  • "Viel Lärm um nichts" zum Frühstück ist eine erfreuliche Abwechslung.
  • Man kann mit Pferdekutschen durch den Englischen Garten fahren. Man kann es aber auch lassen.
  • Es ist nicht nötig, Arten- und Gattungsbezeichungen für Bäume und Büsche direkt am Objekt anzubringen. Viel lustiger ist es für den Interessierten, wenn die Beschilderung, ohne bildliche Beispiele, in einigem Abstand zu dem Gewächs angebracht wird. Ratespiele halten schließlich die grauen Zellen auf Trab.
  • Ein Monopteros ist kein Dinosaurier, auch wenn er noch so griechisch ist.
  • Biergärten verlieren an Reiz bei windigen zehn, gefühlten minus vierzig Grad Celcius. Da kann auch die Sonne nix mehr retten. Höchstens nette Begleitung.
  • Quoth the raven, "Nevermore."
  • Weltuntergang auf der Autobahn ist tunlichst zu vermeiden.
  • Vermisste Bücher finden sich mit Vorliebe unter Stoffbeuteln. Aber erst, nachdem man alle schalu gemacht hat.