"You're only given a little spark of madness. You mustn't lose it." - Robin Williams
01. März 2005
The Grudge - Der Fluch

von baumgarf | 04:51 | kommentare (1)

"Wenn jemand aus reinem Hass getötet wird, bleibt ein Fluch zurück. Der Fluch lastet auf diesem Ort des Todes. Es kennt kein Erbarmen. Es wird niemals verzeihen."

Poster: The GrudgeKaren ist mit ihrem Freund Doug von Amerika nach Tokyo gezogen, der dort ein Auslandssemester absolviert. Während er seine Zeit mit dem Architekturstudium verbringt, vertreibt sie sich ihre Zeit als Pflegekraft. Derzeit sorgt sie sich um die Mutter einer ebenfalls in Tokyo gestrandeten amerikanischen Familie. Sehr schnell bemerkt Karen, dass es im Haus nicht mit rechten Dingen zugeht. Nicht nur, dass die alte Frau völlig verängstigt ist. Das Fahrrad der verschwundenen Kollegin, für die sie kurzerhand eingesprungen ist, steht immer noch vor der Haustür, es dringen seltsame Geräusche durch das Haus, und in einem zugeklebten Wandschrank im oberen Stockwerk entdeckt sie einen kleinen Jungen. Kurz darauf offenbart sich ihr auch die Ursache der Geräusche. Das Haus wird vom Geist einer jungen Frau heimgesucht, die Rache für ihren eigenen Tod an jedem Menschen nimmt, der auch nur einen Fuß in das Haus setzt. Und Karen ist das nächste Opfer.

Hollywood im Japan-Fieber. Mit "The Grudge" kommt, nach "The Ring", das nächste Remake eines japanischen Horrorstreifens in die heimischen Kinos. Demnächst folgen dann noch "Dark Water" Anfang September, "The Ring 2" Ende März, und an "The Grudge 2" wird auch schon gewerkelt, jedoch ist damit nicht vor Ende 2006 zu rechnen. Aber zurück zum ersten Teil, der beim Blick auf Drehorte und Crew zum wiederholten Mal vor Augen führt, dass Amerikaner offensichtlich etwas gegen synchronisierte Filme zu haben scheinen (böse Zungen könnten auch behaupten, man will nicht den Eindruck erwecken, außerhalb der USA gäbe es auch noch fähige Filmschaffende), nur dieses Mal noch unverfrorener mit ihrer Kopie zu Werke gehen. Gedreht wurde in Tokyo, der Regisseur zeigte auch schon für das Original verantwortlich und war am Remake ebenfalls am Drehbuch beteiligt, zudem sind die bösen Geister schon bestens vertraut mit ihren Rollen, denn auch sie hatten schon ausreichend Gelegenheit, in den bislang in Japan erschienenen vier Teilen von "Ju-on" (so der japanische Originaltitel) ihre Gruselqualität in denselben Rollen unter Beweis zu stellen. Überhaupt ist ein guter Teil von Cast und Crew japanisch, lediglich die Hauptdarsteller wurden amerikanisiert.

Die Frage, ob ein Remake eingedenk dieser Tatsachen notwendig gewesen ist, sei einmal dahingestellt. Fakt ist, das der Film weit davon entfernt ist, schlecht zu sein. Zwar haben die Schauspieler kaum Gelegenheit, ihre Charaktere zu entwickeln, Sarah Michelle Gellar trägt, mit Ausnahme der ersten paar Minuten, den gesamten Film über den gleichen verängstigten Gesichtsausdruck zur Schau, aber dann sind die Charaktere sowieso nurmehr Staffage, die zur Tragfähigkeit der gesamten Geistergeschichte beisteuern. Zwar wird in Rückblenden das Schicksal einiger Figuren näher erläutert, aber richtig Tiefgang wird dadurch auch nicht erzeugt. Wobei sich der Film in seinen anderthalb Stunden Laufzeit auch nicht die Zeit einräumt, um die Charaktere näher zu durchleuchten. Und das braucht es auch nicht, immerhin handelt es sich um einen Geisterhorror und nicht um ein Drama. Darin liegt (logischerweise) auch die Stärke des Films. Der Spannungsfaktor ist unheimlich hoch, neunzig Minuten lang ist man konstant angespannt, herrscht ein Gefühl von Bedrohung und Unbehagen, Möglichkeiten zum Durchatmen gibt es kaum. Ständig erwartet man hinter der nächsten Ecke den nächsten Schock, und ein ums andere Mal zuckt man dennoch zusammen. Der Film versteht es, mit den Erwartungen zu spielen, im Gegensatz zu "echten" amerikanischen Horrorfilmen wird nicht alles bis ins Letzte haarklein dargelegt, vieles ist Kopfsache, Blut ist bis auf wenige Stellen überhaupt nicht zu sehen — und braucht es auch nicht.

Fazit: Kein Film für schwache Nerven. Aber wer sich wieder einmal gepflegt gruseln will, ist mit diesem Film bestens bedient. Zwar ist im direkten Vergleich "The Ring" nach wie vor die bessere Wahl — nicht zuletzt Dank der besseren Geschichte und Charaktere — dennoch ist er allemal einen Blick wert, auch deshalb, weil gegen den japanischen Horror sich die meisten jüngeren amerikanischen Gruselstreifen (wie "Exorzist: Der Anfang" oder "Texas Chainsaw Massaker") wie Kleinjungenphantasien ausmachen. Ich jedenfalls erwarte mit Spannung die weiteren Remakes, wenn man schon nicht die Originalfilme kennt. Und "The Grudge" wartet ab dem 3. März im Kino auf alle, die sich wieder einmal gepflegt gruseln wollen.

(Japan/USA 2004, 90 min., FSK 16; R: Takashi Shimizu, D: Sarah Michelle Gellar, Jason Behr, William Mapother, KaDee Strickland, Clea DuVall, Bill Pullmann, Ryo Ishibashi, Yuya Ozeki, Takako Fuji; Film auf imdb)

 
Kommentare

# 1 von leyla | 18.12.2011 | 11:36

ich wünschte das wäre auch mit mir passiert bevor ich starb