"You're only given a little spark of madness. You mustn't lose it." - Robin Williams
18. Februar 2005
Constantine

von baumgarf | 01:49

"Du wirst jung sterben, weil du dreißig Kippen pro Tag rauchst, seit du fünfzehn bist. Du kommst in die Hölle, weil du ein Leben zuviel genommen hast. Du hast es versaut."

ConstantineHimmel und Hölle stehen in einem direkten Wettstreit, und die Erde ist ihr Spielplatz, bevölkert von sogenannten Halbbluten, halb Mensch, halb Engel bzw. Dämon. Normale Menschen nehmen sie als ebenfalls normale Menschen wahr, nur ein paar wenige sehen sie als das, was sie wirklich sind. John Constantine ist einer von ihnen. Seit seiner Kindheit sieht er Dämonen und Engel, bis er diesen Zustand eines Tages nicht mehr ertragen konnte und sich das Leben genommen hat - zumindest, bis ihn die Ärzte wieder zurückgeholt haben. Ein Leben auf Raten, denn der Teufel wartet nur auf seine Seele. Doch Constantine, der sein Dasein als Dämonenjäger fristet, hat kein Interesse daran, sein Leben nach dem Tod in der Hölle zu verbringen. Wer will schon eine Gefängniszelle mit denjenigen teilen, die er selbst dorthin gebracht hat? So versucht er, sich durch seine Dämonenhatz den Eintritt in den Himmel zu erkaufen. Bislang vergeblich. Bis eines Tages die Polizistin Angela Dodson an seine Tür klopft. Ihre Zwillingsschwester Isabel hat Selbstmord in einer Psychiatrie begangen, doch Angela vermutet, dass etwas anderes dahinter steckt, da ihre Schwester streng katholischen Glaubens war und sich deshalb nie das Leben genommen hätte. Constantine soll ihr nun dabei helfen, die mysteriösen Umstände von Isabels Tod aufzuklären. Und tatsächlich scheinen Dämonen die Finger im Spiel zu haben, die auf die Erde drängen und dort im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle auf Erden entfesseln wollen.

Tja, was soll man über "Constantine" sagen, eine weitere Comicverfilmung aus hollywoodschen Landen? Einerseits macht es richtig Spaß, dem bunten, besser: düsteren, Treiben auf der Leinwand zuzusehen. Angefangen von dem äußerst zynischen Protagonisten bis hin zu dem beinahe infantil agierenden Luzifer sind die Charaktere (mein Favorit: Gabriel) eigentlich alles andere als normal (wen wundert's bei dem Film), es macht richtig Lust, ihnen zuzusehen. Dazu ein paar gelungenen Special Effects und eine Handlung, die zwar nicht das Rad neu erfindet, aber dennoch für einen netten Film sorgen kann. Wenn es mit dem Drehbuch nicht ein kleines Problem gäbe: es erklärt zu wenig. Immer wieder wird dem Zuschauer eine Szene präsentiert, die mit dem bisher Geschehenen in keinerlei Zusammenhang steht und sich jeglichen Erklärungsversuchen entzieht. So zum Beispiel direkt zu Beginn, als bei einem Exorzismus ein Dämon in einem Spiegel gefangen wird. Wieso das möglich ist? Das weiß wohl nur der Autor, der Zuschauer wird schlicht im Regen stehen gelassen. Irgendwie kann man es sich zwar zusammenreimen, oder aber man akzeptiert schlicht das, was einem dort präsentiert wird. Abgesehen von diesem Manko (und der Tatsache, das man bei einigen Szenen erwartet, das Keanu Reeves wie weiland als Neo in "Matrix" schlicht davonfliegt) und einigen Längen zu Beginn bekommt man unterhaltsames Popcornkino geboten, das trotz alledem sehenswert ist. Und mich persönlich irgendwie an "Im Auftrag des Teufels" erinnert hat.

(USA 2005, 121 min., FSK 16; R: Francis Lawrence, D: Keanu Reeves, Rachel Weisz, Shia LaBeouf, Djimon Hounsou, Pruitt Taylor Vince, Gavin Rossdale, Tilda Swinton, Peter Stormare; Film auf imdb)