"You're only given a little spark of madness. You mustn't lose it." - Robin Williams
04. Februar 2005
Saw

von baumgarf | 00:14

"Leben oder sterben. Sie haben die Wahl."

SawEs ist dunkel, es ist kalt. Schnell wird Adam klar, dass er ein Problem hat. Schließlich wacht man nicht jeden Tag in einer gefüllten Badewanne auf und kann sich nicht daran erinnern, wie er dorthin gekommen ist. Außerdem befindet man sich normalerweise nicht in einem heruntergekommenen Raum, einem Waschraum, in dem man mit einem Unbekannten mit dicken Ketten an ebensolchen Rohren in entgegengesetzten Ecken angekettet ist. Zu allem Überdruss befindet sich in der Mitte auch noch ein erschossener Mann, der in einer riesigen Blutlache schwimmt, ein Revolver und ein Kassettenabspielgerät in den Händen. Das wahre Ausmaß ihres Problems offenbart sich Adam und Lawrence, so der Name des Leidensgenossen, als sie in ihren Hosentaschen einen Umschlag mit ihrem Namen finden, die jeweils eine Kassette enthalten. Deren Nachricht: Lawrence hat sechs Stunden Zeit, Adam umzubringen, ansonsten stirbt seine Familie.

Dies ist der Auftakt von "Saw", dem Erstlingswerk von Regisseur James Wan und Drehbuchautor und Hauptdarsteller Leigh Wannell, die sich damit anschicken, "Sieben" Konkurrenz zu machen - es aber leider nicht ganz schaffen. Dem Film gelingt zwar das Kunststück, von Anfang an zu fesseln, nicht zuletzt Dank seines anfänglich hohen Erzähltempos und der äußerst perfiden Grundidee.

Ein Serienkiller hält die Stadt in Atem. Immer wieder entführt er Menschen, die für ihre Freiheit und ihr Leben entweder andere Menschen umbringen oder eine lebensgefährliche Aufgabe bestehen müssen. Nach und nach erfährt man als Zuschauer mittels Rückblenden mehr sowohl über frühere Opfer des so genannten Jigsaw-Killers als auch über die aktuellen Opfer Adam und Lawrence, ihre Familien und ihr Leben.

Dennoch bleiben die Charaktere seltsam farblos und sympathiearm. Der Film kann das selbst auferlegte Tempo nicht bis zum Ende durchhalten, das Finale gerät arg stereotyp. Lediglich das überraschende Ende kann wieder versöhnen. Trotz dieser Mankos ist "Saw" kein schlechter Film, dafür ist er trotz einiger Hänger und Logikfehler schlicht zu spannend und handwerklich gut gemacht. Aber an "Sieben" werden sich die Drehbuchautoren wohl noch ein Weilchen versuchen müssen.

(USA 2004, 102 min., FSK 16; R: James Wan, D: Cary Elwes, Leigh Wannell, Danny Glover, Ken Leung, Monica Potter, Shawnee Smith, Dina Meyer; Film auf imdb)