"You're only given a little spark of madness. You mustn't lose it." - Robin Williams
18. Dezember 2004
Der deutsche Konjunktiv

von baumgarf | 17:07

Ob sich die Sender womöglich und natürlich freiwillig eine vermutlich auch noch jederzeit kündbare Selbstverpflichtung vorstellen könnten, die nur für bestimmte Programme gelten solle und einen Wert annähernd anpeile [...]"

Wunderschön geschrieben von Jan Ulrich Welke, Redakteur bei der Stuttgarter Zeitung, zur aktuellen Diskussion über eine Deutschquote bei Radiosendern, hier insbesondere über den "Vorschlag" der Koalition, die einen Wert von 35% für angemessen hält. Ein Entwurf, wie er wachsweicher nicht formuliert sein kann. Damit sollte es dann ja eigentlich auch keine Probleme geben - zumal man es mit so einem Vorschlag auch sein lassen könnte. Aber halt, da gibt es ja noch die Opposition...

"[...] Rot-Grün verhöhne mit diesem Antrag die Musiker und ihre Branche, entrüstet sich der kulturpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Günter Nooke. Durch den Antrag der Koalitionsfraktionen sollen "die Rundfunkanstalten gezwungen und gegängelt werden," und deshalb müsse die Union dem einen "realistischen" Antrag entgegensetzen. In diesem steht nun drin, dass der Bundestag beschließen möge, "zur Erreichung des Zieles einer deutlichen Präsenz von auf Deutsch gesungener Musik und von Nachwuchsproduktionen deutscher Musiker im Hörfunk eine freiwillige Selbstverpflichtung der öffentlich-rechtlichen Rundfunksender" zu befürworten. [...]"

Na, das ist doch mal ein völlig anderer Vorschlag. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Nun gut, von Privatsendern ist keine Rede, und eine anvisierte Quote wird auch nicht erwähnt, aber sonst?

Wenn ich es angesicht der vielen bunten Lichter, dem Lebkuchengeruch, der Beschallung und der Massen im Kaufhaus nicht besser wüsste, könnte man beinahe auf den Gedanken kommen, man wäre mitten im Sommerloch. So aber beschleicht mich nur der Eindruck, dass man etwas Dümmeres als Politiker in keinem Tierpark findet.