"You're only given a little spark of madness. You mustn't lose it." - Robin Williams
Ob Aschermittwoch auch in Nichtraucherkneipen gefeiert wird?
von baumgarf | 01:13 | kommentieren
Man sollte nicht davon ausgehen, dass nur Menschen (und zu einem gewissen Teil auch Tiere) in der närrischen Zeit völlig von der Rolle sind und sich benehmen wie kleine Kinder (im besten Fall). Nein, auch Geräte und Anlagen wie beispielsweise Fahrstühle tendieren durchaus dazu, mit dem potentiellen Fahrgast Schabernack zu treiben.
Nehmen wir, nur um die hingeworfene These mit Argumenten zu unterfüttern, den Fahrstuhl, den ich heute Nachmittag gedachte zu benutzen. Nun ist es nicht so, dass mir der Fahrstuhl ein unbekannter wäre. Wir hatten schon des Öfteren das Vergnügen miteinander, und ein jedes Mal brachte er mich freundlich, bestimmt und sanften Wegs in meine gewünschte Etage. Zu sagen, wir hätte ein freundschaftliches Verhältnis, wäre wohl zu viel des Guten, aber man schätzt und respektiert sich.
Vielleicht war auch genau das der Grund, weswegen er mir diesen Streich spielte. Vielleicht hätte er sich das bei einem Fremden nicht getraut, da er dessen Reaktion nicht einschätzen könnte, und am Ende hätte der Fremde den Fahrstuhl beleidigt, ihm Obszönitäten ans Bedienfeld geschleudert oder gar Tritte und Schläge gegen Wände und Tür verpasst, man weiß ja nie, was für Menschen da draußen herumlaufen und gerade jetzt einen Fahrstuhl benutzen wollen.
Vielleicht wäre der Fremde aber auch tief in Gedanken versunken gewesen und hätte gar nicht bemerkt, dass der Fahrstuhl, der bis eben noch treu seinen Dienst verrichtete und eine Person vom einen ins andere Stockwerk beförderte, stattdessen nur einfach die Türen schloss und nach einer kurzen Wartezeit wieder im selben Stockwerk öffnete, und der in Gedanken Verlorene wäre dann wieder ausgestiegen und hätte sich gewundert, aber nur kurz, da er ja eigentlich anderen Gedanken nachhing, dass der Fahrstuhl ziemlich schnell und leise fährt, und wäre dann ziellos im Gebäude umhergeirrt, wie wenn man einer Wegbeschreibung von A nach B getreu folgt, aber bei Punkt C zu laufen beginnt.
Oder vielleicht wäre es ein zutiefst verunsicherter Mensch gewesen, jemand, der beim Bäcker immer mit sehr leiser Stimme spricht, aus Angst, die anderen Kunden könnten ihn hören und auslachen, auch wenn er nicht wüsste, was an der Bestellung einer Brezel so seltsam sein sollte, aber vielleicht lag es ja an ihm, dass er so seltsam aussah oder das Wort "Brezel" falsch betonte oder das geschlungene Gebäck ganz anders heißt und nur er es nicht wusste. Wenn er dann im Fahrstuhl gestanden hätte und sich die Türen einmal, zweimal, dreimal immer wieder im gleichen Stockwerk geöffnet hätten, obwohl er schon einmal, zweimal, dreimal seinen Fahrwunsch ins Bedienfeld eingegeben hatte, den Knopf des zu erfahrenden Stockwerks leicht, fast sanft drückte, er dann noch verunsicherter wieder ausgestiegen wäre, man weiß ja nie, ob der Fahrstuhl nicht einen Defekt hat und beim vierten Mal die Türen gar nicht mehr aufgehen und man den Alarmknopf drücken muss, und dann versteht einen der Mechaniker am anderen Ende gar nicht, weil man so leise spricht, und wenn man dann doch wagt, die Stimme zu erheben, wird man ausgelacht, weil man vielleicht ein Wort falsch betont oder ein ganz falsches Wort benutzt; wenn er dann also ausgestiegen wäre und der Fahrstuhl hätte die Türen geschlossen und wäre dann doch in die gewünschte Etage gefahren, wer weiß, was er dann gedacht oder gar getan hätte, wenn sich jetzt schon Fahrstühle über ihn lustig machen und ihn und seine Bedürfnisse nicht ernst nehmen. Und am Ende hätte sich der Fahrstuhl Vorwürfe gemacht, dass er einen so armen Menschen noch mehr in die Verzweiflung getrieben hätte.
Aber zum Glück hat der Fahrstuhl diesen Streich mir gespielt und keinem anderen. Ich bin dann eben zu Fuß in meine Etage gelaufen und habe dem Fahrstuhl den Vogel gezeigt. Damit muss er nun leben.

Abgesahnt
von baumgarf | 13:39 | kommentieren
Ich ... Moment, eigentlich ist es ja ganz schlechter Stil, einen Satz, sogar einen ganzen Beitrag mit "ich" zu beginnen (auch wenn das Thema dann schon mal grob umrissen wäre). Also nochmal von vorne: Stolz bin ich (na, geht doch (auch wenn streng genommen der Beitrag immer noch mit "ich" beginnt, aber da müssen wir jetzt eben durch)), und zwar auf mich (der einzige Grund, das eigene Stolzsein in die Welt hinaus zu posaunen, besteht übrigens darin, dass ein anderer in der Schilderung des auslösenden Tathergangs (na, wer ist schon derart anglofiziert, dass er hier gerade eben ein "th" sprechen wollte?) ebenfalls einen Grund zum Stolzsein sieht, dadurch die Menge des Stolzes (die sogenannte stolze Menge) verdoppelt wird (weswegen Stolz beim Teilen verdoppelt, Leid hingegen halbiert wird, wäre auch einmal eine mathematische Abhandlung wert)). Der Grund für diesen am Rande der Selbstüberschätzung rangierenden Gemütszustand ist, dass ich, der ich in einer technisierten, mechanisierten und automatisierten Zeit aufgewachsen bin, es zuwege gebracht habe, einen Viertel Liter Sahne alleine durch schiere Muskelkraft (insbesondere der eigenen) steif zu schlagen. Okay, einen Schneebesen habe ich auch noch verwendet, aber ansonsten war da nichts und niemand daran beteiligt (außer vielleicht noch das Gefäß, in dem die Sahne steif geschlagen wurde, aber das hat während der ganzen Prozedur eine eher passive Rolle eingenommen).
Vermutlich wäre es noch viel lobenswerter gewesen, hätte ich die Sahne aus freien Stücken derart malträtiert und nicht nur aus so niederen Beweggründen wie a) der temporären Abwesenheit des Handrührgeräts (elektrisch, 3-Gang-Getriebe, Handschaltung), dessen Platz währenddessen von einem sichtlich gelangweilten, mit Luft gefülltem Loch eingenommen wurde, und b) der temporären Abwesenheit meines Gehirns, was mich daran hinderte, mich an die große Rührschüssel zu erinnern, die dort in der Ecke der Arbeit harrte (wobei ich zu meiner Verteidigung sagen sollte, dass diese große Rührschüssel (elektrisch, 4-Gang-Getriebe, Handschaltung) rein zur Teigerzeugung und niemals nie nicht zur Sahnesteifung eingesetzt wird, ich sie deswegen mit der zu erledigenden Tätigkeit überhaupt nicht in Verbindung gesetzt habe (und Prinzipien sind schließlich Prinzipien. Wozu hat man sie sonst?))
Etwas enttäuscht war ich dann aber doch vom Ergebnis. Weder an Geschmack noch am Aussehen konnte man die Arbeit erahnen, die ich in dieses Molkereiprodukt gesteckt habe. Da lohnt sich der ganze Mehraufwand gar nicht, ob gewollt oder nicht. Dabei hätte die Sahne ruhig ein wenig Entgegenkommen zeigen können, dafür, dass ich mich ihrer persönlich angenommen und sie nicht irgendeiner Maschine überlassen habe, die stupide ihre Arbeit verrichtet und nicht auf die Sorgen und Nöte direkt eingehen kann.
Undankbares Produkt, elendes.

Kino:
Gamer
von baumgarf | 17:37 | kommentieren
USA 2009, 95 min., FSK 18
Regie: Mark Neveldine, Brian Taylor
Drehbuch: Mark Neveldine, Brian Taylor
Kamera: Ekkehart Pollack
Musik: Robb Williamson, Geoff Zanelli
Darsteller: Gerard Butler, Michael C. Hall, Amber Valetta, Kyra Sedgwick, Logan Lerman, Alison Lohman
Homepage, imdb
Nach etwa dreißig Minuten (gefühlten sechzig Minuten) liefert der Film eine Szene ab, die zu diesem Zeitpunkt so ziemlich genau beschrieb, wie ich mich fühlte: einer Kombatantin wird von einer Panzerfaust der Kopf weggerissen. Während sie aber alles hinter sich hatte, musste ich noch eine weitere Stunde an Stumpfsinn nicht zu überbietendes, belichtetes Zelluloid über mich ergehen lassen (nein, ich gehe aus Prinzip nicht aus einem Film, auch wenn es sich schon mehr als einmal gelohnt hätte (ich weiß, selbst schuld)).
Schlimm genug, dass sich der Film trotz seiner recht kurzen Laufzeit zog wie Kaugummi, aber noch ärgerlicher empfand ich, dass die kurz angedeutete Gesellschaftskritik (Menschen sind böse, weil sie zum Tode Verurteilte durch *technobabbel* fernsteuern können - das ultimative Killerspiel eben - und danach süchtig geworden sind) ad absurdum geführt wird, weil diese "Spiel"-Szenen nicht nur einmal, nicht zweimal, sondern gleich viermal über den Zuschauer hereinbrechen, natürlich in Großaufnahme und mit literweise Körperflüssigkeiten (wenn es nicht so ein dämliches Wortspiel wäre, könnte man sagen, dass sie sich geradezu daran weiden). Sofern man es erkennen kann (hatte ich schon die nervtötende Wackelkamera und die epileptische Schnittfolge erwähnt?)
Mehr dazu zu sagen wäre Pixelverschwendung. Außer: selten so einen Dreck gesehen (nochmal drüber zu schlafen hat an dieser Meinung auch nichts mehr geändert. Ein gutes Neues Jahr übrigens).

Körnung
von baumgarf | 13:47 | kommentieren | kommentare (1)
Kann sich noch irgendjemand an die Aktion "Brot statt Böller" erinnern (die mir angesichts der alljährlichen "Böller sind gefährlich"- und "Böller aus Fernost sind besonders gefährlich"-Sendungen einerseits wieder ins Gedächtnis gerufen wird und andererseits mich wundern lässt, dass sie nicht stärker beworben wird)? Unter uns Jahresendfreunden gesagt ist diese Aktion so ziemlich das dämlichste, das man sich vorstellen kann.
Denn erstens ist es ein ziemliches Gepfriemel, bis man das Schwarzpulver und die Zündschnur endlich mal am Brot befestigt hat, und dann ist der Knall auch noch recht dumpf und mager, weil das Brot zusätzlich als eine Art Schallschutz funktioniert (ganz zu schweigen von den doch recht unspektakulären Lichteffekten). Und obendrein muss man noch mit Körnerbrot aufpassen, dass man kein Weizen-, Roggen- oder sonstiges Korn ins Auge bekommt, die werden ja in alle Himmelsrichtungen verschossen. Muss einen schon wundern, dass Vollkornbrotböller überhaupt zugelassen sind. Und bei alledem ist noch gar nicht erwähnt, wie man das den Kindern beibringen soll, denen man bis dato immer gepredigt hat, dass man nicht mit Essen spielt.
Deswegen immer dran denken: wenn schon Brot statt Böller, dann Weißbrot.
In diesem Sinne: einen guten Rutsch ins neue Jahr! (hatte ich schon gewünscht? Egal, doppelt hält besser)

War da was?
von baumgarf | 12:23 | kommentieren
Hatte ich euch eigentlich schon ein frohes Weihnachten und einen sieben Tage späteren guten Rutsch nach Zwanzigzehn (oder Zweitausendzehn (oder einfach 2010, dann kann sich's jeder raussuchen)) gewünscht? Noch nicht? Dann wird's aber höchste Zeit.
Ich wünsche euch ein frohes Weihnachten und einen sieben Tage späteren guten Rutsch nach Zwanzigzehn (oder Zweitausendzehn (oder einfach 2010, dann kann sich's jeder raussuchen (wir lieben doch alle Copy & Paste, gebt's ruhig zu))).
Und wie zu jedem Jahresende gibt's von mir auch dieses Mal keine Top-/Flop-Liste. Die besten Filme kann jeder selber rausfinden in der Spalte rechts, CDs habe ich mir nicht genug angeschafft, dass es für eine Top-10 reichen würde bzw. alle darin vertreten wären, ob sie jetzt gut sind oder nicht (empfehlen kann ich aber mit meinem minimalistisch anmutenden Musikgeschmack die New Yorker Combo "Brazilian Girls" oder die Stuttgarter Band "Submarien"). Und bei den Büchern weiß ich gar nicht mehr, was ich dieses Jahr alles gelesen habe, lässt sich also auch nur schlecht in eine Hierarchie zwingen/zwängen ("The God of Small Things" von Arundhati Roy hat mir aber allein schon wegen der Sprachgewalt sehr gut gefallen, und "The Wasp Factory" von Iain Banks habe ich glaube ich auch dieses Jahr gelesen, auch sehr lesenswert (wenn auch schön der falsche Ausdruck für dieses Buch wäre)).
Mit einem erneuten Hinweis auf die salbungsvollen Worte über dem Absatz dieses Absatzes verabschiede ich mich, und verspreche, auch im nächsten Jahr wieder genauso unzuverlässig und sporadisch mich hier zu Wort zu melden, wie man das mittlerweile von mir gewohnt ist. Mindestens.

Kino:
Saw VI
von baumgarf | 23:30 | kommentieren | kommentare (2)
CDN/USA/GB/AUS 2009, 90 min., FSK 18
Regie: Kevin Greutert
Drehbuch: Marcus Dunstan, Patrick Melton
Kamera: David A. Armstrong
Musik: Charlie Clouser
Darsteller: Tobin Bell, Costas Mandylor, Mark Rolston, Betsy Russell, Shawnee Smith, Peter Outerbridge
Homepage, imdb
Ich kenne Saw 2 bis 5 leider nicht, weswegen ich nicht nachvollziehen kann, ob der Absturz der Serie sich plötzlich vollzogen hat, oder ob es ein schleichendes Siechtum war. Nach Genuss (wobei das eigentlich das falsche Wort ist, eher sollte es heißen "nach dem durch Träg- und Faulheit und der damit auferlegten Bewegungsstarre verschuldeten Erleiden", aber das wäre dann doch ein wenig zu lang) des sechsten Teils habe ich dazu erlich gesagt aber auch keine Lust mehr, denn wenn die sechste Instanz des (vermutlich) immer gleichen Films eines ist, dann absolut unappetitlich und ärgerlich.
Noch (fast?) nie in meiner an Filmen nicht armen Kinogeschichte habe ich einen Film gesehen, in der so unverhohlen Menschen ohne Sinn und Verstand abgeschlachtet wurden. Weder hat man sich die Mühe einer Handlung gegeben, noch kommt der Hauptdarsteller über einen grimmig-müden Gesichtsausdruck hinweg (wobei er zugegebenermaßen auch nur diesen einen Ausdruck benötigt, mehr gibt die Handlung nicht her). Die anderen Akteure tragen ebenfalls nur einen Miene durch den Tag spazieren, aber glücklicherweise hat jeder Charakter eine andere, so dass man sie problemlos auseinanderhalten kann. Obendrein hat man es offensichtlich als eine geradezu grandiose Idee angesehen, ein wenig Gesellschaftskritik zu verwursten, in dem man nun Banker (die haben es ja auch verdient!) Fleisch vom eigenen Körper säbeln lässt (haha, wie kreativ!) oder gleich den ganzen Arm abhacken, viel hilft ja schließlich viel, oder Krankenkassenverwaltungsleiter (oder wie auch immer diese Personen heißen) vor die Wahl stellt, welches Leben nun gerettet werden soll (der schiere Wahnsinn! Die Gesellschaft ist schlecht! Ich hab's kapiert!).
Zwischendurch wird dann noch kurz in ein paar Rückblenden der bisherige Handlungsverlauf (eigentlich ein Widerspruch in sich selbst) der letzten fünf Filme vermutlich auf den Kopf gestellt und ein wahnsinnig überraschendes Ende präsentiert, dass man überhaupt nicht hat kommen sehen, aber so was von nicht. Das alles natürlich aber nur in kleinen homöopathischen Dosen, nicht, dass man noch vergisst, weswegen man eigentlich diesen Film ansieht.
Nämlich herauszufinden, ob der eine Schauspieler nun mit Peter O'Toole verwandt ist oder nicht. Das rettet über die Zeit.

Wenn Hackfleisch eine ganz neue Bedeutung bekommt
von baumgarf | 23:25 | kommentieren | kommentare (3)
An manchen Tagen beschleicht mich der drängende Wunsch, ein wenig mehr handwerkliches Geschick zu besitzen - also mehr Geschick als man braucht, um eine defekte Glühbirne zu tauschen oder den Schlüssel im Zündschloss zu drehen, um sich mit dem Auto im Baumarkt Spachtelmasse zu besorgen, weil man sich der Illusion hingegeben hat, es sei kein Problem, mit der Schlagbohrmaschine mal so eben ein, zwei Löcher für ein neues Regal in die Wand zu bohren, die Wand daraufhin, knieerweicht vor solch erfurchtgebietender Handhabe, stückweise in sich zusammenbricht.
Dabei ist mir meine Minderbegabung an einem Ort bzw. bei einer Tätigkeit begegnet, die man im Normalfall (also: ich) nicht mit Handwerk (im Sinne von Nagel, Hammer, Installation (Keramik, nicht künstlerisch)) in Verbindung bringt. Bei einer häufigerweise in der Küche anzutreffenden typischen Übung, dem Kochen, sollte mich mein manufakturelles Defizit heimsuchen. Aber wer hätte auch gedacht, dass man zum weidmännischen Zerlegen eines Kürbisses schweres Gerät aufzufahren hat?
Die Messer in der Küche sind weiß Gott nicht stumpf (wovon mein linker Daumen ein Lied singen kann, als er einmal unvorsichtigerweise beim Zerlegen von Quitten ein Stück weit unter die Klinge geriet - das wird ihm hoffentlich eine Lehre sein), dennoch zeigte sich der Kürbis höchst unbeeindruckt ob meiner Schneid- und Säbelversuche, die kaum einen Kratzer auf der Oberfläche hinterließen. Auch die Zuhilfenahme des tonnenschweren Brotmessers brachte nicht den gewünschten Erfolg (und hätte ich vor meinen vergeblichen Zerteilversuchen die Zacken im Messer gezählt, hätte eine weitere Zählung im Anschluss mit Sicherheit eine niedrigere Zahl ergeben).
Ganz ehrlich, nie hat man eine Axt zur Hand, wenn man sie einmal wirklich brauchen könnte (auch wenn bei meinem Geschick der Satz "Das tut mir mehr weh als dir" wohl wörtlich zu nehmen gewesen wäre). Dann nehme ich den Kürbis eben mit zum Baumarkt und lass ihn dort mundgerecht zusägen, während ich mich nach Spachtelmasse umsehe.

Mysterien des Alltags (XV)
von baumgarf | 03:28 | kommentieren
Bekanntermaßen (zumindest setze ich dieses Wissen voraus (wenigstens bis hierhin, weil ich es sowieso gleich noch erläutern werde)) befindet sich an den Kassen am Supermarkt die sogenannte Quengelware, also allerlei Süß- und sonstige kindgerechte Ware in für die Zielgruppe geeigneter Höhe (also ca. einen halben Meter über dem Boden). Das führt mitunter zu dramatischen Szenen, wenn der Sohnemann oder das Töchterchen partout noch eine Packung Kariesfreude haben möchte, Herr Papa und Frau Mama diese Ansicht jedoch nicht teilen, weil sie wissen, was der Zahnarzt kostet.
Weshalb aber, so frage ich mich (und damit auch meine geneigten Leser (womöglich geneigt, um besser an die Quengelware zu kommen?)), befinden sich an manchen Kassen keine Süßwaren, sondern harte Alkoholika? Sollen da schon die Kinder von heute zu den Alkoholikern von morgen herangezogen werden? Oder drückt sich dadurch eine negative Haltung gegenüber alkoholabhängigen Menschen aus, deren bevorzugte Bewegungsart man glaubt, das Kriechen zu sein, die Schnappsfläschen sich dadurch in der passenden Griffhöhe befinden?

Der kleine baumgarf möchte an der Information abgeholt werden
von baumgarf | 02:12 | kommentieren | kommentare (5)
Murphys Gesetze dürften wohl jedem vertraut sein und können auch immer wieder im Alltag beobachtet werden, meist mit uns selbst als Hauptperson und Leidtragendem. Sei es die Rote Welle bei Ampeln und dahinmäandernde, vorausfahrende Verkehrsteilnehmer, wenn man es eilig hat bis hin zu dem typischen Fall, dass diejenige Kasse am meisten Zeit in Anspruch nimmt, die die kürzeste Schlange aufzuweisen hat.
Um diesen Auswirkungen zu umgehen, hat es sich, zumindest bei mir, entweder eine ziemlich gleichgültige Einstellung zu den Geschehnissen eingestellt ("Ach, was soll's, dann muss XY eben eine halbe Stunde warten.") bzw. wähle ich die Kassen nun nicht mehr Kundenaufkommen, sondern nach einem ziemlich komplizierten, über die Jahre gereiften Prozess aus (sprich: ich nehme irgendeine Kasse, die mich nach Tagesform her anspricht, sei es, weil die Kassiererin (so vorhanden) nett anzusehen ist und eine längere Wartezeit dadurch eine Aufwertung erhielte, sei es, weil keine älteren Menschen die Warteschlange zieren, die mit Vorliebe den Betrag passen zahlen ("Moment, die 97 Cent habe ich hier noch passend in 1-Cent-Stücken ... Oh, tut mir leid, es waren doch nur 95 Cent.")).
Dennoch versäumt es Murphy auch dann nicht, hin und wieder mit unverminderter Härte zuzuschlagen. So geschehen in einem dieser neumodischen blau-gelben Möbelhäuser. Die Schlangen an den Kassen waren allesamt recht kurz, weswegen ich, in einem Anfall von umgekehrter Logik, bewusst die Kasse gewählt hatte, wo ein Kunde mit voll bepackten, nein: übervoll bepacktem, Einkaufswagen den Strichcodescanner der Kassiererin zum Glühen brachte. Die Idee dahinter: normalerweise ist die kürzeste Schlange bzw. diejenige mit den wenigsten Produkten in den Wägen der Kunde diejenige, die im Endeffekt die größte Wartezeit in Anspruch nimmt. Ergo müsste man in der längsten und produktintensivsten Schlange ratzfatz wieder das Tageslicht zu sehen bekommen (was gar nicht so einfach ist, wenn es schon um 19 Uhr dunkel wird, man aber erst gegen 20 Uhr an der Kasse steht; aber das ist eine andere Geschichte), Murphy somit ein Schnippchen schlagen.
Doch Murphy ist ein wahrlich hintertriebener Mistkerl. Na-türlich hat es an der Kasse ewig gedauert, sind ganze Erdzeitalter an mir vorübergezogen, bis ich endlich an der Reihe war. Alle Register wurden gezogen (deswegen ja Registerkasse, ahahahahaha!!!!! ("Five exclamation marks. A sure sign of an insane mind.")): die Strichcodes waren nicht frei zugänglich, sodass die Tonnen an Möbeln und Zubehör umbeladen werden mussten. Die Kassiererin hat mehrfach die falsche Menge eingescannt und musste langwierig korrigieren. Überhaupt langwierig: die schnellste war sie auch nicht. Der Scanner hat auch nicht immer funktioniert. Der Kunde hatte einen anderen, billigeren Preis im Gedächtnis und fing das diskutieren an. Und die Kassiererin war noch nicht mal besonders anzusehen (sorry, war aber so). Muss ich noch extra erwähnen, dass ich, als ich dann endlich an der Reihe war, Spinnweben in den Haaren innerhalb einer Minute bezahlt hatte?
Nach solchen Erlebnissen komme ich nicht umhin, des Eindrucks zu erliegen, dass Murphys Gesetze gleichzusetzen sind mit Naturgesetzen: man kann machen, was man will, aber man kann ihnen nicht entkommen..

Halmächtiger!
von baumgarf | 18:28 | kommentieren
Strohhalme passen gut zu Limonaden jedweder Art.
Strohhalme passen gut zu Säften.
Strohhalme passen gut zu Saftschorle.
Strohhalme passen erst recht gut zu Cocktails.
Strohhalme passen sehr gut zu Milchmixgetränken, heiß oder kalt.
Strohhalme passen auch gut zu Latte Macchiato.
Aber seit wann bitteschön ist es üblich, zu einem gewöhnlichen, durch keinerlei Eigenschaft besonders hervorstechenden, schwarzen Kaffee, noch dazu einem gewöhnlichen, durch keinerlei Eigenschaft besonders hervorstechenden, schwarzen Kaffee zum Mitnehmen im Pappbecher, einen Strohhalm zu reichen?